Heidschnuckenweg

In 9 Tagen 180 km durch die Lüneburger Heide

Der Heidschnuckenweg führt von Hamburg Fischbeck über Soltau nach Celle. Dabei führt er durch die schönsten Heidegebiete der Lüneburger Heide. Ich entscheide mich für eine Wanderung von Buchholz nach Celle. Mit der Bahn ist Buchholz von Bremen gut erreichbar. Ein kurzer Besuch im Tourismusbüro und schon kann die Wanderung beginnen.

Anfangs führt der Weg noch entlang der Soltau Bahn bis man Buchholz hinter sich lässt. Weiter geht es durch den Wald leicht bergan hinauf auf den Höllenberg. Direkt dahinter liegt die Höllenschlucht von der ich mir etwas mehr vorgestellt habe. Am Ende der Schlucht öffnet sich der Wald und es geht hinauf zum Brunsberg. Die ersten schönen Heideflächen liegen vor mir. Ich habe einen tollen Rundblick auf die umliegende Heide.

Bergab geht es durch die Heide und nach einem weiteren Waldstück hinauf auf den Pferdekopf. Hier habe ich eine tolle Aussicht auf de Heideflächen im Büsenbachtal. Der Weg führt hinab, über eine kleine hölzerne Brücke und weiter durch die Heide. Am Ende dieser schönen Heidefläche geht es weiter durch den Wald bis zum ersten 1. Etappenziel nach Handeloh.

Hinter Handeloh führt der Weg am nächsten Morgen anfangs noch an einem kleinen Heidestück vorbei und dann durch einen schönen Urwald entlang der Seeve, einem kleinen Bachlauf. Ein schöne Abwechslung. In Wesel lohnt sich der Besuch am berühmten Hexenhaus.

Kurz hinter Wesel geht es vorbei an den Pastorenteichen in die Weseler Heide. Dieses sehr umfangreiche Heidestück ist wirklich sehenswert. Viele schöne Plätze laden zu einer Rast ein. Hinter dem Hingstberg bin ich dann auch schon fast in Undeloh, dem nächsten Etappenziel, angekommen. Von Undeloh aus werden u.a. Kutschfahrten in die Heide angeboten. Der Ort ist fest in der Hand der Touristen. Einen Besuch lohnt auch die Kirche im Ort mit seinem hölzernen Kirchturm.

In Undeloh fängt die Heide direkt hinter dem Dorfteich an. Idyllischer kann es gar nicht sein. Die riesige Heidefläche erstreckt sich südlich des Ortes. Es geht durch das Radenbachtal in Richtung Wilsede. Die berühmten Wildpferde bekomme ich jedoch nicht zu sehen. Immer wieder schöne Aussichtsplätze, aber leider keine Heidschnucken. Die werde ich erst viel später auf meiner Reise entdecken.

Den ganzen Tag bin ich in der Heide unterwegs. Gegen Mittag erreiche ich Wilsede mit seinen schönen alten Bauernhäusern. Ich unternehme noch einen Abstecher in den Totengrund, südlich von Wilsede. Eines der schönsten Heidetäler.

Nach einem Rundgang durch Wilsede geht es hinauf auf den Wilseder Berg. Er ist mit 169m die höchste Erhebung in der norddeutschen Tiefebene. Ein toller Rundumblick, u.a. in das Heidetal. Durch das Heidetal Tal führt auch der weitere Weg im Anschluß bis nach Niederhaverbeck, dem nächsten Etappenziel.

In Niederhaverbeck übernachte ich im Haverbeckhof. Es ist nicht nur ein sehr schönes Bauernhaus und liegt in idyllischer Athmosphäre. Man kann dort auch sehr gut essen. Feinste Küche in stilvollem Ambiente. Ich empfehle den Heidschnuckenrücken.

Am nächsten Morgen geht es nach einem guten Frühstück weiter durch das direkt hinter dem Haus liegende Heidegebiet. Leider immer noch keine Heidschnucken auf dem Weg. Aber gestern Abend auf dem Teller, und das war sehr lecker.

Kurz vor Behringen endet die Heidefläche. Vorbei am Brunausee geht es unter die Autobahn hindurch. Anfangs noch durch Wälder, dann in die Borsteler Kuhlen – Heide in seiner Urform.

Wenig später schon die Ausläufer von Bispingen, dem nächsten Etappenziel. Von Bispingen aus geht es durch die Wälder nach Soltau. Etwa auf halber Strecke liegt der Kreuzberg mit einem Heidegebiet. Hier sehe ich endlich eine Heidschnuckenherde die meinen Weg kreuzt. Kurz danach geht es über Felder und durch Wälder nach Soltau.

Die Nordheide endet hier. Nach einer Verbindungsetappe geht es in den nächsten Tagen in der Südheide weiter.Der Weg führt vorbei am Poggenberg zu den Wilden Bergen. Hier beginnen die Sperrzonen vom Truppenübungsplatz. Dadurch verführt der Weg leider immer wieder entlang der Straße. Wie gesagt eine Verbindungsetappe in die Südheide.

In Wietzendorf werde ich von einem großen Dorffest begrüßt. Meine Füße sind jedoch so schwer dass ich mich lieber im Hotel Hartmann kulinarisch verwöhnen lasse. Auch dieses Haus kann ich sehr empfehlen. Die Küche ist vorzüglich und stellt wundervolle Menüs zusammen. Ich hatte die Freude am Abend ein wunderbares 3 Gängemenue zu genießen.

Von Wietzendorf geht es am nächsten Morgen zum Wietzer Berg. Dort steht der Lönsstein der an Hermann Löns den großen Heidedichter erinnert. Das Wetter wird immer besser. In Müden nehme ich den Weg nach Hermannsburg. Mein nächstes Quartier habe ich im Misselhorner Hof, einem Pferdegestüt am Ortsrand von Hermannsburg und am Anfang der Misselhorner Heide. Ein schöner ruhig gelegener Hof mit ebenfalls sehr guter Küche.

Tags drauf geht es bei leichtem morgendlichem Nebel in die Misselhorner Heide. Noch einmal liegt ein sehr schönes Heidegebiet vor mir. Viel Heide werde ich auf meinem Weg nach Celle nicht mehr sehen. Die letzten beiden Tage gehen hauptsächlich durch Waldgebiete abseits von Straßen. In der Fuhrmannsschänke ist leider kein Zimmer frei. Daher muss ich heute einen Umweg machen und verlasse den Heidschnuckenweg. Ich habe ein Zimmer im Landhotel Helms in Altensalzkloth reserviert.

Nach einer ruhigen Nacht geht es wieder zurück auf den Heidschnuckenweg den ich am Forsthaus Kohlenbach erreiche. Der Weg führt weiter durch den weitläufigen Staatsforst bis ich die Ausläufer von Celle erreiche. Aber es dauert noch bis ich die Aller erreiche und schließlich vor dem Schloß in Celle stehe. Die Sonne scheint als ob sie sich freut mich endlich am Ziel des Weges zu begrüßen. Nach 9 Tagen und 180 km ist dieser Weg für mich zu Ende. Am Abend geht mein Zug über Hannover zurück nach Bremen.